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Infos zur Courtageteilung ab 23.12.2020 für Verkäufer

Die Bundesregierung hat im Oktober 2019 den „Gesetzentwurf über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ beschlossen. Der Gesetzentwurf sieht eine Übergangsfrist vor und enthält folgende Regelungen:

Maklerverträge betreffend Wohnungen und Einfamilienhäuser bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Textform (auch per E-Mail). 

 

Hat dagegen nur eine Partei die Entscheidung zur Einschaltung eines Maklers getroffen, ist sie verpflichtet, die Maklervergütung zu zahlen! Vereinbarungen mit dem Ziel, die Kosten an den Käufer weiterzureichen, sind nur wirksam, wenn die weitergereichten Kosten maximal 50 Prozent der insgesamt zu zahlenden Courtage ausmachen. Hat der Makler ausschließlich einen Vertrag mit dem Verkäufer geschlossen, kann der Käufer einen Beleg über die Zahlung der Provision des Verkäufers fordern, bevor er selbst maximal die gleiche Provisionshöhe überweist.

Das bedeutet: Wer einen Makler für den Verkauf oder Kauf einer Immobilie beauftragt, übernimmt mindestens die Hälfte der anfallenden Maklerkosten. 

Die Übergangsfrist von 6 Monaten läuft bereits. Das Gesetz tritt am 23.12.2020 in Kraft.

 

Die drei Varianten nach dem neuen Gesetz 

Doppeltätigkeit des Maklers hälftige Teilung

Der Immobilienmakler schließt einen Maklervertrag mit dem Eigentümer mit einer Provision z.B. von 2,9 %. Der Makler bewirbt die Immobilie mit einer Außenprovision von ebenfalls 2,9 % inklusive Mehrwertsteuer. Der Interessent schließt nun einen Vertrag mit dem Makler und vereinbart für den Kauf die Provisionszahlung. Nun hat der Makler einen Vertrag mit dem Verkäufer und einen weiteren Vertrag mit dem Käufer. Der Immobilienmakler ist nun für beide Seiten tätig (Doppeltätigkeit). In diesem Fall gibt es keine Zahlungsreihenfolge. Der Makler hat einen Anspruch nach Abschluss des Kaufvertrages.

Interessenvertretung des Verkäufers mit anteiliger Abwälzung

Der Immobilienmakler schließt einen Maklervertrag mit dem Verkäufer. Die Provision soll z.B. 5,8 % betragen. Es wird vereinbart, dass die Hälfte vom Erwerber gezahlt werden soll (Abwälzung). Der Käufer muss nun beim Erwerb 50 % der Provision bezahlen. In diesem Fall gilt, dass der Käufer erst dann bezahlen muss, wenn der Verkäufer seinen Anteil bezahlt hat. Das kann beispielsweise durch Überweisung oder Kontoauszug der Fall sein.

Bestellerprinzip: Interessenvertretungen des Verkäufers ohne Abwälzung

a) Der Verkäufer beauftragt den Immobilienmakler mit einem Maklervertrag, indem er dem Makler z.B. 5,8 % Provision im Falle des erfolgreichen Verkaufs verspricht, ohne dass ein Teil der Provision auf den Erwerber abgewälzt werden soll. Das kann z. B. der Fall sein, wenn der Verkäufer einen einseitigen Interessenvertreter wünscht oder zu befürchten ist, dass die Immobilie nur schwer verkäuflich ist.

b) Der Kaufinteressent beauftragt den Immobilienmakler mit einem Suchauftrag. In diesem Fall vereinbart der Käufer für den Fall, dass der Immobilienmakler die richtige Immobilie für ihn findet eine Provision in Höhe von z.B. 5,8 %.